Ein Auszug

OTHER HOOD, 2024
4-Kanal-Video-Audio-Installation
15 min. 20 Sek.
Teile, 4 TV-Monitore, 4 Lautsprecher
Other Hood ist ein fortlaufendes Projekt, das in verschiedenen Akten präsentiert wird.
Other Hood ACT I
Other Hood ACT I besteht aus vier Audio-Interviews bzw. Gesprächen, die die Künstlerin mit Müttern der ersten Einwanderergeneration in Deutschland geführt hat. Jede Leinwand repräsentiert eine individuelle Geschichte – die Stimmen der Einwanderermütter wurden mithilfe künstlicher Intelligenz (KI) in englischer Sprache generiert. Dies verleiht dem Werk eine ironische Wendung. Darüber hinaus wollte die Künstlerin die Identität der Einzelpersonen nicht auf ihre Akzente reduzieren.
Der Raum ist mit rotem Stoff ausgekleidet worden, der die menschlichen Innereien symbolisiert. Dieser spezielle Stoff ist häufig auf offenen Märkten in nicht-westlichen Teilen der Welt zu finden.
Die Geschichten haben eine tiefe persönliche Verbindung zur Künstlerin, da sie selbst eine Einwanderermutter ist. Das ursprünglich zentrale Thema „Mutterschaft“ entwickelte sich zu einer Enthüllung systematischer Probleme, Sprachbarrieren und historischer Erkenntnisse.
https://vimeo.com/manage/videos/916521147
Other Hood ACT II „A Room for Many“

In Other Hood ACT II „A Room for Many“ wurden die Stimmen der migrantischen Mütter in musikalischer Form präsentiert. Gemeinsam mit den Musiker:innen MEGBORNA und Larry Bonćhaka entstand ein einzigartiges Musikstück, das über ein selbstgebautes Soundsystem abgespielt wurde.
Innerhalb des Soundsystems lief eine 3D-Animation in Endlosschleife, die auf Virginia Woolfs Buch „Ein eigenes Zimmer“ Bezug nahm.
Fünf Silhouetten schwebten von der Decke und den Wänden, auf denen Zitate aus Bilgin Ayatas Essay „De-Heimatize Belonging“ überlagert waren. Der gesamte Raum war so gestaltet, dass er mit fünf Stühlen zum Sitzen, Nachdenken oder Tanzen einlud.
Other Hood ACT III

Duo-Ausstellung mit Paula Niño
Frankfurter Zeitungen, Textilhäuser, Acrylstift, Holzstühle, Audio
Lost Weekend Meets Young Art, München
In Other Hood ACT III bespielte die Künstlerin die öffentlichen Vitrinen der Reihe „Lost Weekend Meets Young Art“ in München, kuratiert von Jaemin Lee, in einer Duoausstellung mit der Künstlerin Paula Niño.
Die Vitrinen präsentierten dasselbe Musikstück wie Other Hood ACT II und zeigten Zitate von Migrantinnen, die in kräftigem Rot als Schlagzeilen auf deutschen Zeitungen inszeniert waren.
Other Hood ACT IV Willcome

Acryl, Zeitung, Leinwand
Neuer Kunstverein Gießen
In Other Hood ACT IV im Neuen Kunstverein Gießen, der sich in einem ehemaligen Kiosk befindet, stellte die Künstlerin die ursprüngliche Funktion des Ortes wieder her: Sie verkaufte Produkte, die mit Zitaten von Migrantinnen versehen waren. Zudem produzierte sie eine Zeitung, in der alle Interviews mit Erstgenerationsmigrantinnen vollständig transkribiert waren.
Diese Zeitungen wurden vor dem Kunstverein ausgelegt und kostenlos an die Öffentlichkeit verteilt – ganz ähnlich wie Gratiszeitungen oder Werbeblätter, die man auf der Straße findet.
NOT HERE, NOT THERE
Avu Gallerie
Prag
In NOT HERE, NOT THERE sieht man post-sowjetische und sowjetische Objekte aus der Kindheit der Künstlerin – einen persischen Teppich, eine Gaslampe, ein Trinkhorn für Wein, einen Fleischwolf und einen sowjetischen Fernseher –, die in ein Soundsystem umgewandelt wurden, das aktuelle Proteste in Georgien wiedergab.
Im Hintergrund war ein Foto der Mutter und der Tante der Künstlerin zu sehen, das am Strand von Abchasien (ehemals Georgien) aufgenommen wurde. Dieses Bild wurde wiederholt an die Wand projiziert und mit Stacheldraht eingerahmt – eine Anspielung auf die Grenze zwischen Georgien und Russland.
LIVE-HÖRSPIEL ZUM WELTKONGRESS GEGEN IMPERIALISMUS UND KOLONIALISMUS VON 1929, 2023
Idee/Kuratierung: Philippe Pirotte
Produktion: textXTND in Zusammenarbeit mit dem Künstlerhaus Mousonturm
mit Sophie Agnel, Academic Workers’ Song Choir, Oliver Augst, Larry Bonćhaka, Marcel Daemgen, Elisa Lou Ehinger, Nicole Horny, Sopo Kashakashvili, Tracey Rose, Melati Suryodarmo, Sadie Woods
Künstlerhaus Mousonturm, Frankfurt am Main
https://vimeo.com/906448270?share=copy
THE HOST, 2023
Playground Art Prize 2023
Konstruktionsnetze, Fäden, Latex, Uhrenmotor, Hanfseile, Hibiskustee
Galerie Von & Von
THE HOST 2023 ist eine multisensorische Installation, die die Erfahrung von Schwangerschaft und Geburt erforscht.
Theoretisch inspiriert vom griechisch-römischen Glauben, dass der Oktopus die Gebärmutter darstellt, reflektiert das Werk über Erfahrungen und entnimmt Ideen aus dem Sammeln, Gastgebersein und dem allgemeinen Konzept von Ursprung. Die dominierende Farbe Rot repräsentiert das innere Körpergewebe.
In der Installation geht es darum, den Körper zu fühlen und erneut zu erleben – sich auf das innere Wesen des Körpers zu besinnen und sich bewusst zu machen, was wir konsumieren und was uns konsumiert.
THE HOST spielt mit der Wechselwirkung zwischen Körper, Raum und Ursprung und regt zum Nachdenken darüber an, was unser Körper in sich trägt und wie wir in verschiedenen Räumen „gehostet“ werden. Während der Eröffnung wurde den Besucher:innen Hibiskustee angeboten.
OFFENBACHER EVENING PAPER, 2021
Video-Audio-Installation, Skulptur, Fotografie, Collage, Zeitschrift
Joanne Gallerie, Frankfurt am Main
OFFENBACHER EVENING PAPER ist ein Name, der sich unmittelbar auf das bis 1933 erschienene „Offenbacher Abendblatt“ bezieht, das in jenem Gebäude gedruckt wurde, in dem die Künstlerin selbst früher lebte.
Die Ausstellung reflektiert über die deutschen Machtstrukturen im Zusammenhang mit Migration und darüber, welche Rolle das Wohnsystem dabei spielt.
Als ihr damaliger Vermieter begann, die Wohnungspreise zu erhöhen und schließlich mithilfe eines Anwalts die Nachbarschaftsgemeinschaft nach und nach verdrängte, produzierte die Künstlerin ein fiktives Magazin namens „Offenbacher Evening Paper“. Dieses enthielt gelebte Geschichten, Fotos, Erinnerungen und Briefe des Anwalts, die durch die App „Dada Poetry Generator“ transformiert wurden – eine Methode, mittels der sich die deutsche Bürokratiesprache reflektieren und spielerisch hinterfragen lässt.
Die Ausstellung rekonstruierte den Nachbarschaftshof, in dem sich die Bewohner:innen auf einer Bank versammelten, Apfelwein tranken und diskutierten – diesmal jedoch in einem leeren Wohngebäude. In Koffern liefen drei Videos, auf denen Tänzerinnen und ein Fußballspieler zu sehen waren, die sich in der leeren Wohnung bewegten.
Das zentrale Werk, ein aus Archivalien des Abendblatts gefertigter Adler, ist zugleich das Symbol für Frankfurt und dessen gesetzgebende Institutionen sowie für die Fußballmannschaft der Stadt. Diese Dichotomie und das Spiel mit Wort und Bild faszinieren die Künstlerin.
BREATHING PLANTS, TALKING PLANTS, 2022
Grand Nizza Show (öffentliche Intervention) Baunetz, Bänder, Glocken
Hotel Nizza, Frankfurt am Main
BREATHING PLANTS & TALKING PLANTS ist eine Intervention an der Fassade des Nizza Hotels in Frankfurt am Main. Die Arbeit ist den Pflanzen gewidmet, die das Hotel beherbergt – überwiegend subtropische Arten oder solche, die in Deutschland nicht heimisch sind. Die Künstlerin reflektierte darin über Migration aus der Perspektive von Pflanzen.
KOLLEKTIV COMMUNE6x3, 2021 / 2022 / 2023
Öffentliche Intervention / Happening
Frankfurt am Main, Osthafen Park
Das Kollektiv commune6x3, seit 2021 offiziell aktiv, ist ein interdisziplinäres Kollektiv, das sich auf öffentliche Interventionen sowie die Aktivierung und Neu-Definition von Räumen konzentriert. 2021 realisierte es seine erste öffentliche Intervention in einem Showroom-Container im Osthafenpark in Frankfurt am Main.
Seitdem ist das Kollektiv mit unterschiedlichen Interventionen, Vorträgen, Workshops, Filmprogrammen und institutionellen Kooperationen aktiv.


TRUST, 2020
Video-Installation
Performer: Ayla Pierrot Arendt, Gabriele Redina Cattani, Nina Nadig, Fanyu Bu
Video basierend auf Samuel Becketts Kurzgeschichte „PING“. Vier Darsteller verkörpern den Raum mit jeder Bewegung, Gesten und Improvisation.
OPENED FLAGS
OPENED FLAGS (PUBLIC EXERCISES 01)
OPENED FLAGS ist ein öffentliches Kunstprojekt, das auf einem lyrischen Gedicht von Emily Dickinson basiert, dessen Zitat selbstbewusst auf der Arbeit zu lesen ist. Was als Recherche zur Symbolik nationaler Flaggen – ihrer Farben, Gesten und codierten Bedeutungen – begann, entwickelte sich rasch zu einer Reflexion über Nation, Protest und öffentlichen Raum.
Seine erste Gestalt fand das Projekt während des Festivals Theater der Welt in Frankfurt am Main, in Zusammenarbeit mit dem Frankfurter Ruderverein, wo ein choreografierter Akt des Widerstands inszeniert wurde, bei dem Fahnen als Träger emotionaler und politischer Bedeutung dienten. Von dort aus wuchs OPENED FLAGS zu einer Reihe von Interventionen, die erforschen, wie sich Körper versammeln, wie Raum Geschichte wird und wie visuelle Symbole wie Fahnen Trauer, Widerstandskraft und kollektives Begehren in sich tragen können.
Gezeigt vor dem Kölner Dom (2023), auf den Royal Parade Grounds in Kumasi, Ghana, sowie im Red Clay Studio(2024), umfasst das Projekt Performance, Video und Fotografie – und stellt die festen Bedeutungen nationaler Symbole in Frage, um stattdessen eine bewegliche, offene Sprache der Hoffnung anzubieten.