Zwischenlandung – Ausstellung der Artists-in-Residence an Schulen






Wir, der Wahlpflichtkurs Kunst der 10. Klasse der Walter-Lübcke-Schule unter Leitung unserer Lehrerin Karin Balkenhol, unternahm am 17. und 18. September 2025 einen großartigen Ausflug nach Frankfurt.
Uns erwartete die Ausstellung der fliegenden Künstler:innen im Crespo Haus – eine spannende Ausstellung, die mit sehr ungewöhnlichen Medien arbeitete.
Eine fliegende Künstlerin entführte uns ins Weltall zu einer eigensinnigen KI. Eine andere Künstlerin bat uns, sich in einer ausgeschnittenen Stoffform zu positionieren, um die gegenseitige Abhängigkeit wahrzunehmen. Stark gefärbte , von digitalen Zeichnungen inspirierte Stoffbahnen schwangen großflächig durch den Raum, auch eine Wand mit großen Malereien begeisterte uns.
Unser fliegender Künstler Dawid Liftinger begeisterte uns mit einer lichtdurchlässigen, großflächigen und farbigen Fenstergestaltung, die das wichtigste Schülerverkehrsmittel im ländlichen Raum zum Thema hatte: das Mopped. Die Gestaltung erinnerte an bleiverglaste Kirchenfenster und hatte auch diese faszinierende Wirkung.
Außerdem gab es von Schüler:innen frei erfundene Flugmodelle zu bewundern, die Dawid in ein Computerspiel verwandelt hatte, sodass wir mit den Vögeln, Flugzeugen und anderen unbenennbaren crazy Maschinen tatsächlich losfliegen konnten.
Aber das totale Highlight des Besuches war die Übernachtung auf Luftmatratzen in den Ausstellungsräumen der Crespo Foundation in Frankfurt. Wie sagte unser Künstler Dawid Liftinger: „Muss ich auf dem Schulhof wohnen, so sollten die Schüler:innen auch einmal in der Ausstellung wohnen.“ Es war ein besonderes und lustiges Erlebnis, zwischen all den Kunstwerken zu schlafen.
Dinge, die uns dabei passiert sind:
In der Arbeit von Damaris Wurster wohnten Charlotte, Lara, Anni, Chiara und Mathilda.
Wir hatten uns als Schlafplatz einen durch Gardinen abgetrennten Raum ausgesucht. An der Decke hingen Bildschirme, auf denen Aufnahmen aus dem Weltraum und von Planten liefen, auf dem Boden standen Bildschirme mit Texten von einer Künstlichen Intelligenz und Fossilien, außerdem lagen dort Sitzsäcke herum. Wir haben den Raum direkt als sehr gemütlich empfunden. Er wurde von Damaris Wurster gestaltet und sollte eine Geschichte erzählen, in der die Künstliche Intelligenz einen kompletten Planeten zerstört und sich dann in einem Raumschiff auf den Weg zu Erde macht. Unsere Nacht war aufbrausend, aufregend und spannend, weil wir die Geschichte von dem Raum so interessant fanden. Auch die Bildschirme über uns waren etwas Neues und wir haben uns ein wenig beobachtet gefühlt . Wir haben auf den Sitzsäcken unterschiedliche gut geschlafen und hatten galaktische Träume.
In der Arbeit von Sophia Mix schlief Paul Mattis.
Als einziger Junge habe ich alleine unter der Ausstellung von Sophia Mix neben der Treppe in einer Ecke geschlafen. Ich fand den Schlafplatz sehr gemütlich und konnte auch gut schlafen. Ich konnte ungefähr zwei Stockwerke nach oben gucken – das war zwar hell, aber hat mich nicht gestört. Im Allgemeinen fand ich es sehr schön.
In der oberen Etage unter dem Bild „Die heilige Barbara“ machten es sich Sophie, Elisabeth, Evelyn und Laura gemütlich.
Unsere Übernachtung war etwas ganz Besonderes. Unser Schlafplatz befand sich im großen Bilderraum im ersten Stock. Unsere „Betten“ haben wir direkt unter dem Bild der heiligen Barbara aufgebaut. Dieses Bild hat uns sofort angesprochen – fast so, als würde die heilige Barbara über uns wachen. Obwohl wir in einem offenen Raum schliefen, konnten wir uns mit Gardinen einen geschlossenen Bereich schaffen. So entstand ein kleines, gemütliches Zimmer im Raum, das uns Geborgenheit und Ruhe gab. Besonders spannend war, dass auf dem Boden Bilder lagen, die auf blauen Plastikfolien klebten. Sie stammten von H. A. Wagner. Wir haben unser Bestes getan, Nachts, wenn wir zur Toilette mussten, nicht auf die Bilder zu treten. Diese besondere Umgebung hat die Übernachtung noch eindrucksvoller gemacht – als würden wir mitten in einem Kunstwerk schlafen.
In der Arbeit von Janosch Feiertag übernachteten Linnea, Zoé, Daniela und Mariia und Kimberly. Wir hatten die Möglichkeit, unseren Schlafplatz selber zu wählen, also entschieden wir uns für den roten Teppich von Janosch Feiertag. Wir schliefen mitten im Schaufenster. Nur ein Vorhang hat uns vor den Blicken der Stadt getrennt. Von der Rückwand des roten Teppichs wurden wir mit den hypnotisierenden Blicken der Schlangen in den Schlaf begleitet. Frankfurt war unruhig, genauso wie unser Schlaf. Am Morgen hat uns ein Blick durchs Fenster wieder zurück ins belebte Frankfurt geworfen.
Am Morgen nach der Übernachtung frühstückten wir alle gemeinsam und packten unsere Sachen zusammen. Danach liefen wir zum Deutschen Architekturmuseum (DAM), wo wir an einem Workshop teilnahmen. Zuerst wurde uns etwas über die Nutzung von Grundstücken in Städten und Stadtplanung zur vielfältigen Nutzung erklärt. Anschließend entwarfen wir in kleinen Gruppen ein eigenes Stadtviertel. Jede Person vertrat dabei die Rolle einer bestimmten Bevölkerungsgruppe, wie zum Beispiel Rentner:innen, Schüler:innen und Student:innen, Berufstätige oder Familien. Am Ende stellten wir unsere Entwürfe den anderen Gruppen vor.
Nach dem Workshop besuchten wir noch die Ausstellung „Architecture and Energy“, die sich mit Bauen in Zeiten des Klimawandels beschäftigte. Später gingen wir zurück zur Crespo Foundation, um unser Gepäck zu holen. Wir fanden, es war ein sehr guter und interessanter Ausflug.
Der WPU-Kurs Kunst, Kl.10 und Karin Balkenhol