Das fliegende Künstlerzimmer ist für mich…

eine Herausforderung und reinstes Abenteuer zugleich. Ich freue mich sehr darüber, dass mir das fliegende Künstlerzimmer ermöglicht, langfristig an der Lüdertalschule gemeinsam mit ihren Menschen zu arbeiten und sie zu begleiten. Dadurch ergeben sich Möglichkeiten, unterschiedliche Formate und Prozesse auszuprobieren, sie zu verändern, anzupassen und tatsächlich auf Erfahrungen aufbauen zu können. Vor allem freue ich mich darauf, eine Verbindung zu den Schüler*innen zu pflegen und von ihnen zu lernen.

Ich bin…

voller Gegensätze, aber ich werde nicht müde, sie mir alle genau anzugucken und zu überlegen, was ich daraus machen kann. Das ist schwierig und schön zugleich. Irgendwann wäre ich gern wie ein Oktopus, ein Shapeshifter, neugierig und schlau.


Davon träume ich…

der Welt. Alles in gute Proportionen zu rücken, unseren Lebensraum fairer zu gestalten. Bedürfnisse und Anforderungen vulnerabler Gruppen endlich miteinzubeziehen. Freude an Veränderung zu empfinden, in Bewegung zu bleiben und vom Kleinen ins Große zu denken (und manchmal auch genau andersherum!).

„Das Arbeiten mit Menschen und gesellschaftlichen Gruppen ist für mich ein kollektiver Lernprozess, der sehr von Freude und Ausdauerbereitschaft geprägt ist.“

Eva Funk, Artist-in-Residence 2021/2022

Schule bedeutet für mich…

ein soziales Umfeld, in dem Kinder und Jugendliche einen beachtlichen Teil ihres Lebens verbringen. Hier treffen unterschiedliche Lebensrealitäten aufeinander und müssen ausgehalten und ausgehandelt werden. Rückblickend finde ich es verblüffend, wie viel Zeit ich in der Institution Schule verbracht habe. Ich habe sehr durchwachsene Erfahrungen gemacht, aber ich hatte auch das Glück zu erfahren, wie es ist, wenn man als Schülerin selbstbestimmt Frei- und Gestaltungsraum bekommt und in den eigenen Entscheidungen ernst genommen wird.

Die Kraft und Energie, die daraus wachsen kann, ist enorm! Jedoch hätte ich mir gewünscht, mehr mit Menschen unterschiedlicher Lebensentwürfe im Austausch zu sein und so einen weiteren Blick auf unsere Gesellschaft zu bekommen. Dass man nach der Schule wieder so einiges „entlernen“ (verlernen) muss, um flexibler und stabiler durch die Welt mit ihren Anforderungen, Pflichten und Rechten zu navigieren, spricht meines Erachtens für sich.



Mein Lieblingsort ist…

eher ein Zustand. Entspannt, selbstsicher und offen für neue Eindrücke. Das ist nicht an einen bestimmten Ort gebunden und jedes Mal, wenn es mir gelingt, wirklich all das in einem Moment zu sein, fühle ich mich frei und leicht. Das bedeutet für mich, in mir selbst zu Hause zu sein.


Jeder Mensch…

kommt mit einer eigenen Geschichte. Oft sind es die nicht aufgeschriebenen oder nicht augenscheinlichen, die ich mir am liebsten anhöre und ansehe. Es sind die, die beiläufig und krumm verlaufen, manchmal weiter weg von der genormten Idee von Erfolg sind, dafür dichter verknüpft mit dem Leben von anderen. Hierbei entstehen Dialoge und Verwandtschaften, durch die ich Orte, Menschen und ihre Gewohnheiten kennenlerne, und manchmal ergibt es sich, dass ich mich selbst für einen kleinen Teil des Weges einweben darf. Dadurch werden neue Geschichten mit offenen Enden erfunden, an die sich weiter anknüpfen lässt.

Im Alltag…

gehe ich es gerne langsam an. Alles und jede*r braucht Zeit und hat ein eigenes Tempo. Dort sowie in meiner künstlerischen Praxis beschäftige ich mich mit Handlungsweisen und Gesten des Flüchtigen, der Entspannung und des Genusses. Ich finde es immer wieder erstaunlich, wie stetig und hart man manchmal für einen Moment Leichtigkeit arbeitet. Aber es lohnt sich!