Das fliegende Künstlerzimmer ist für mich…

ein Ort, an dem man sich selbst und die Welt aus einer anderen Perspektive betrachten, sich neue Dinge ausdenken und sich selbst neu erfinden kann. Im fliegenden Künstlerzimmer haben alle Ideen Raum, egal wie verrückt. Es ist sozusagen ein Safe Space, an dem man hemmungslos und ohne Druck forschen, spielen, gestalten und auch einfach nur sein kann.
Ein Platz, an dem man leichtherzig und offen Einfälle austauschen kann, trägt – abgesehen von seinem kreativen Mehrwert – auch maßgeblich zu einem harmonischen und konstruktiven Miteinander bei. Ich bin der Überzeugung, dass es generell zu wenige Räume gibt, in denen man sich abseits von Leistungs-, Produktivitäts- und Selbstdarstellungsstress entfalten kann. Deshalb empfinde ich es als besonderes Privileg, Teil vom fliegenden Künstlerzimmer sein und es erleben und mitgestalten zu dürfen.

Ich brenne für…

Geschichten und Figuren, reale und ausgedachte. Sowohl aus künstlerischer als auch aus persönlicher Perspektive liefern sie mir Unterhaltung, Katharsis, Bewältigungsstrategien und Lösungsansätze. Darüber hinaus eröffnen sie ganz neue Betrachtungswinkel und Welten und ich muss mich dafür meistens nicht mal aus meinem Bett herausbewegen. Die Held*innen der Geschichten, egal ob klassische oder unsympathische oder komplexe, geben mir mehr Verständnis für scheinbar unergründliche Beweggründe und Vorlagen dafür, wie ich sein oder nie werden will. Geschichten machen eine scheinbar unübersichtliche und überwältigende Realität für mich erträglicher und begreiflicher. Außerdem helfen sie mir dabei, mich selbst besser zu verstehen.


Eine andere Figur zu werden…

ist für mich eine Möglichkeit, mir persönlich fremde Dinge zu denken, zu sagen und zu tun. Es ist also eine Art Bewusstseinserweiterung. So wie ich beim Lesen oder Schreiben oder Betrachten eines Films in die Denk- und Gefühlswelt eines Charakters eintauche, kann ich beim Performen meine Umgebung anders wahrnehmen. Darüber hinaus ist das Zu-einer-anderen-Person-werden auch eine gute Gelegenheit, Dinge zu tun und auszusprechen, die ich als ich selbst nie machen oder sagen würde.

„Als jemand, der die Zeit, die sie mit den Teilnehmer*innen eines Workshops oder einer AG verbringen kann, immer zu kurz findet, fühle ich mich von dem Konzept des Auf-dem-Schulhof-Lebens und einem Schuljahr intensiver Projektzeit besonders angezogen.“

Claudia Sárkány, Artist-in-Residence 2021/2022

Meine Vision…

In meinem Jahr im fliegenden Künstlerzimmer will ich mit den Schüler*innen eine gemeinsame Arbeitsweise und einen künstlerischen Austausch entwickeln und pflegen, bei dem sich alle Teilnehmer*innen mit ihren jeweiligen speziellen Interessen, Talenten und Neigungen bestmöglich ausleben und ausdrücken und auch trotz vordergründig unterhaltsamer Leichtigkeit etwas Ehrliches und Persönliches erzählen können.

Wenn ich fliegen könnte, …

würde ich ständig Orte und Menschen überall in der Welt besuchen (ohne schlechtes Gewissen, weil kein Kerosinverbrauch). Und ich würde hin und wieder Konfetti und Süßigkeiten über ahnungslosen Passant*innen abwerfen. Einfach so.


Graffito 2

Ein Schuljahr erscheint mir…

am Anfang meines Aufenthalts im fliegenden Künstlerzimmer aufregend lang – so viel Zeit, um die Schüler*innen kennenzulernen und um gemeinsam Welten und Konzepte auszudenken, zu verwerfen, zu entwickeln und umzusetzen – singend, tanzend, zeichnend, purzelbaumschlagend, träumend, schreibend, filmend und spielend. Ich befürchte aber jetzt schon, dass es schneller vergehen wird, als mir lieb ist.


Künstlerische Experimente sind notwendig, …

damit unerwartete und überraschende Werke entstehen können. Davon abgesehen macht es Spaß, zu experimentieren. Und Freude an einem Prozess an sich ist nicht nur ziemlich entscheidend für ein gelungenes, unverfälschtes Ergebnis, sondern sorgt auch für glücklichere Menschen, die dann wiederum ihren Beitrag zu einer glücklicheren Gesellschaft leisten. Win win win …