„Kreativität ist Intelligenz, die Spaß hat.“ Mit diesem Zitat von Albert Einstein lässt sich das dreitägige Künstlerfest, das Anfang Juli an der Einhardschule stattfand, treffend beschreiben. Organisiert wurde es von der fliegenden Künstlerin Christina Wildgrube.
Alle Schüler:innen und Lehrer:innen der Schule waren eingeladen, sich an dem riesigen Workshop-Angebot von Christina zu beteiligen. Eigens dafür angereist waren Künstler:innen, Schauspieler:innen, Grafikerinnen, ein Fotograf sowie ein Architekt aus Städten wie Leipzig, Weimar, Köln und dem Rhein-Main-Gebiet.

Sportliches Alphabet, besonnene Porträts und begehbare Lichtinstallationen
Jugendliche ab Jahrgangsstufe acht konnten beim sportlichen Alphabet der Grafikerin Luise Fischer erkunden, welche Bilder sich in einem Turnhallenfußboden verstecken. Gemeinsam mit Fischer gestalteten sie daraus eine sportliche Schrift für die Einhardschule und ein Heft, in dem alle Zeichen ihren Platz finden.

Sportlich ging es auch im Workshop Biomechanik mit dem Schauspieler Marcus Horn zu. Die Schüler:innen erfuhren mehr über ihren Körper und seine Bewegungen sowie das Verhältnis des eigenen Körpers zum Raum.

Für die Schüler:innen, die Fotografie nur mit dem Handy kennen, gab es gleich zwei spannende Workshops zum Thema Fotografie. Mit Monika Micevičiūtė, Grafikerin und Lehrerin, erfuhren sie, wie man aus einer Keksdose, die es natürlich zu leeren galt, eine Kamera bastelt und wie man die Motive in der Dunkelkammer entwickelt.

Jakob Adolphi vermittelte seiner Workshop-Gruppe, wie man mit einer Großformatkamera ein „besonderes oder besonnenes Porträt“ anfertigt. Mit einem Dunkeltuch über dem Kopf standen die Teilnehmer:innen da, wunderten sich über das auf dem Kopf stehende Bild und fertigten spannende Porträts an, die in der Dunkelkammer in Schwarzweiß auf Barytpapier abgezogen wurden – mehr Retro geht eigentlich nicht.

Die fliegende Künstlerin Christina Wildgrube selbst war mit gleich zwei Workshops vertreten. In der „Lichtwerkstatt“ experimentierten die Schüler:innen mit Spiegeln, Prismen, Lampen und Farbfolien und bauten eine begehbare Lichtinstallation im fliegenden Künstlerzimmer.

Gelebte Demokratie, Spurensuche, Emotionen und Süßigkeiten-Verkostung
Auch für die Kinder ab der Jahrgangsstufe fünf gab es viele spannende Angebote. Unter der Überschrift „Das ist Demokratie – langweilig wird sie nie!“ wagte sich der Kunsthistoriker Jost Ulshöfer gemeinsam mit dem Architekten Dick Weusteneck aus Seligenstadt an die gelebte Demokratie im täglichen Miteinander.

Auf Spurensuche begaben sich die Theatermacherin Charlotte Birkner-Behlen und der Performer Lars Moritz. Die Lernenden wurden zu Alltagsdetektiven und fanden heraus, was in der Schule in letzter Zeit so alles passiert ist oder passiert sein könnte. Dabei waren der Fantasie keine Grenzen gesetzt.

Die Bildende Künstlerin Stefanie Pojar erforschte in ihrem Workshop, wie sich Emotionen mit künstlerischen Mitteln abbilden lassen. Entstanden ist daraus eine große gemeinsame Arbeit, auf der alle Emotionen ihren Platz fanden.

Fedele Friede, ebenfalls Bildende Künstlerin, untersuchte unter dem Titel „Karte als Bild – Bild als Karte“ die Funktion von Karten und zwar nicht nur als Landkarte oder Stadtplan, sondern auch als Möglichkeit besonders schöne oder besonders gruselige Orte darzustellen. In ihrem Workshop wurde eine Karte der Schule erstellt, die auch die persönlichen Bezüge der Workshop-Teilnehmer:innen zu einzelnen Orten der Schule zum Ausdruck brachte.

Ein echtes Highlight war die Süßigkeiten-Verkostung mit Christina und Jost Ulshofer. Die Teilnehmer:innen erforschten ihre süßen Geschmackssinne, indem sie lernten, wie man professionell verkostet, die Zutaten analysiert, die Verpackung und den Produktionsort erforscht, um am Ende herauszufinden, was welche Süßigkeit wirklich gut macht.

Gerahmt wurde das Künstlerfest durch einzelne Beiträge der Fachschaft Musik. Außerdem gab es eine Lesung mit Ergebnissen aus dem Lyrikprojekt des Deutsch-Leistungskurses.

Gabriele Stüber (Lehrerin an der Einhardschule)