Janina Warnke antwortet …

„Das fliegende Künstlerzimmer“ ist für mich …

ein Möglichkeitsraum.
Ein Ort der ständigen Wandlung, trotzdem ein Fixstern.
Ein geschützter Raum für unsere Kreativität und unser Forschen.
Ein Erlebnisraum, ein offenes Spielfeld mit gerahmter Freiheit.
Ein Ort für Diskussion, Meinungsfindung und Meinungsfreiheit.
Ein Ort der Ruhe und des Lärms, der Wildheit und der Konzentration.
Hier sind die Grenzen der Realität ausgehebelt, Neues kann entdeckt werden.
Das heißt nicht, dass es keine Regeln gibt. Die Regeln machen wir natürlich selber. Und sie bleiben demokratisch-fließend und passen sich unseren Prozessen an.
Richtig und Falsch gehören nicht zu unserem Vokabular.
„Das fliegende Künstlerzimmer“ gestalten wir selber – es wird so zu unserer permanenten Ausstellungslandschaft!

Ich bin …

… zunächst „Inspiratorin“. Ich möchte Spielräume erschaffen und diese für alle öffnen und zugänglich machen. Ideen anstoßen und Material, Aktionen, Übungen hineinmischen. Später, wenn Vieles ausprobiert und erspielt wurde, möchte ich gerne eine „Wegweiserin“-Funktion übernehmen: bereits Erfundenes bündeln und vertiefen.


Ich möchte …

… Brücken bauen und Barrieren abbauen zwischen Schulfach und Lernspaß.
Performance und Theater lässt sich wunderbar ins Lernen integrieren. Schulfächer sind ein großartiger Pool für Ideen. Man kann Mathe tanzen und aus Physik Skulpuren formen, Geschichte simulieren, Musik kochen und Kunst analysieren.

„Ich habe große Lust, gemeinsam mit Schüler*innen und Lehrer*innen verschiedenster Altersgruppen im schulischen Kontext zu forschen und performativ zu arbeiten. Es ist sicherlich für die ganze Schule eine spannende Erscheinung, ein fliegendes Künstlerzimmer – einen Ort im Ort – zu haben, an dem andere Regeln herrschen, der fluid und wandelbar ist und in dem man als Schüler*innen Gestaltungsfreiraum hat und mit Kunst aus verschiedenen Blickwinkeln in Berührung kommt.“ (Janina Warnk, Artist-in-Residence 2019/20)

 


Der Körper ist für mich …

Was im Orchester unser Instrument ist, ist auf der Bühne der Körper. Aber nicht nur auf der Bühne, sondern auch im Alltag benutzen wir Stimme, Körpersprache, und manchmal auch unsichtbare Masken. In kleinen Einheiten oder auch in den „Morgenritualen“ erinnern und wagen wir uns im „fliegenden Künstlerzimmer“ an das Spektrum unserer Stimme und Ausdrucksform heran. Wir starten mit Yoga, Entspannung oder Singen in den Tag. 

Das inspiriert mich …

„Was fasziniert uns? Was berührt uns in der Kunst?“ Gemeinsam mit den Schüler*innen möchte ich Ausflüge in relevante Ausstellungen der Umgebung, zu Theaterstücken und Institutionen machen, um sich ein bisschen „umzuschauen“ und Input zu generieren. Hierzu gehört nicht nur künstlerischer Input, sondern die Suche nach individuellen Insprirationsquellen. Das kann ein außergewöhnlicher Ort sein, eine neue Kampagne, ein Zustand oder bestimmte Menschen und ihre Geschichten.


Das ist mir wichtig …

Präsentationen sollten immer freiwillig sein. Die physische Performance muss nicht immer Gegenstand der Präsentation sein. Auch Objekte, Licht, Sound und Gerüche können Darsteller*innen sein. Mir ist es wichtig, dass Jede*r ihre*seine individuelle Ausdrucksform findet. Anfangs werden wir in verschiedenen Schwerpunktgruppen arbeiten, sodass sich ein performativer Flow generiert und Hemmungen abgebaut werden. Dies reicht von Präsentationen auf dem Schulhof (Chorisches, Flashmops, Schulhof-Opern) über Präsentationen im Unterricht (Poetry-Slams, Lecture Performances) bis hin zu Werkschauen und Performances im kleineren, geschützten Rahmen während der Atelierzeiten.

Foto: Almut Elhardt