Lisa Haucke reflektiert …

Über das Leben …

Expert*innen der eigenen Lebenswelt

Ich verstehe mich selbst stets als Lernende in künstlerisch-pädagogischen Prozessen. Die Schüler*innen und Lehrer*innen verstehe ich als Expert*innen ihrer Lebenswelt, wobei ihre Themen in performativen Formaten verhandelt werden können.

Über das fliegende Künstlerzimmer …

Eine Art Laborstation Raum für alle
Das fliegende Künstlerzimmer soll Raum für alle sein und möglichst viele Interessen miteinbeziehen in die Frage, wie wir mit Hilfe von Kunst die Schule noch lebenswerter gestalten können. Es soll zu einer Art Laborstation werden. Ein Ort, an dem Schule neu gedacht und mit unterschiedlichsten Mitteln das soziale Miteinander des Schullebens reflektiert werden kann. Neugierde, Offenheit und kreatives Forschen kann hier gelebt werden.

Ein Denk- und Freiraum für Schulentwicklung

Das fliegende Künstlerzimmer ist ein Denk- und Freiraum für alle. Es bringt kreativen Ideen Wertschätzung und Motivation entgegen. Das fliegende Künstlerzimmer hat die Kraft, alle zu beflügeln. Ich freue mich auf die besondere Architektur. Der Raum selbst wird durch seine Anwesenheit vieles ermöglichen. Als Gast an der Schule kann ich zugleich Gastgeberin sein. Ich freue mich auf dieses besondere Begegnungsgefüge und glaube an seine Möglichkeiten!

Über Tanz …

Tanz öffnet die Menschen füreinander

Ich liebe Tanz und Performance und bringe viel Erfahrung in der Arbeit mit Gruppen mit. Ich denke Tanz als sozialen Prozess und lege die Kunstform so an, dass sie aus sich heraus demokratisch ist und die Menschen füreinander öffnet. Performative Projekte möchte ich so entwickeln, dass sie sich an einen kritischen Diskurs anschließen lassen und zugleich jede*r Einzelne für sich daraus etwas an Erfahrungen mitnimmt, das für sie*ihn persönlich bedeutsam ist.

Jede*r kann tanzen, muss aber nicht

Ich bin davon überzeugt, dass jede*r tanzen kann. Aber natürlich muss nicht jede*r selbst tanzen! 
Auch eine bewegte Zeichnung, die Arbeit mit Licht und Schatten oder Objekten, oder einfach ein spezieller Blick auf Alltagsbewegungen – all das kann zu einer ästhetischen Erfahrung – und damit zu Tanz werden.

Tanz macht uns stark
In seiner ursprünglichsten Form ist Tanz eine Kunstform, in der wir uns begegnen, den Raum mit kreativen Bewegungen füllen, mitunter ins Schwitzen geraten, den Körper immer wieder neu erfahren. Tanz kann uns helfen, einen neuen Blick auf unsere Möglichkeiten zu bekommen. Tanz lehrt uns, einander besser zuzuhören – uns selbst und den anderen. Tanz macht uns stark und zugleich sensibel.

Wie tanzt es sich mit Nähe und Distanz?

Wie verletzlich unsere Körper sind, führt uns derzeit die Corona-Pandemie vor Augen. Der Rückzug ins Private ist plötzlich politisch geworden und ein sozialer Akt der Fürsorge. Unser Leben und unser Miteinander verändern sich wesentlich in dieser Zeit. „Was werden wir durch die Krise gelernt haben? Wie wird sich Schule, das Soziale und Kunst verändern? Wie begegnen wir einander nach Corona? Wie können wir mit Nähe und Distanz tanzen?


Über performative Formate …

Ausgangspunkt kann alles sein

Starting point eines performativen Formates kann sich aus der umgebenden Schularchitektur ebenso ergeben wie aus Inhalten des Fächerkanons. Oder eben aus der Beschäftigung mit der Corona-Krise. „Welche ethischen, psychologischen, sozialen und politischen Fragen werden durch Corona aufgeworfen und wie lassen sich diese tänzerisch performativ verhandeln?“

Zum Beispiel ein Spaziergang rückwärts durch den Wald
Es gibt nicht „das“ vorgefertigte Konzept. Es werden viele kleine Formen und Formate im Dialog mit den Schüler*innen, Lehrer*innen, der Architektur und dem Ort gefunden werden. Das kann ein morgendliches Aufwärmtraining ebenso sein wie ein Spaziergang rückwärts in Stille durch den Wald. Es können Naturgeräusche mit dem Aufnahmegerät gesammelt und Texte geschrieben werden. Es können Bewegungssequenzen im Dialog mit der Natur entstehen oder mit Kreide ein Bewegungsparcours auf dem Schulhof aufgemalt und darin Flashmops in den Pausen organisiert werden. Der Fantasie sind keine Grenzen gesetzt.

Eine Wunschzettelbox für alle 

Besonders freue ich mich auf die kreativen Ideen aller an Schule Beteiligten! Ob Antirassismus-AG, Garten-AG, Streitschlichtung oder Technik-AG, ich bin schon ganz neugierig auf alle, die sich bereits für ein soziales Miteinander in der Schule engagieren und es lieben wild, kreativ und sensibel zu gestalten und zu denken. In Planung sind bereits: Lehrer*innen- und Schüler*innensprechstunden, Unterricht in Tanzimprovisation, eine Wunschzettelbox für alle. Es entstehen kleine und große Projekte für eine demokratisch denkende Schule, die jede*n in den Blick nimmt.

„Ich bin überzeugt, dass Schulentwicklung ungewöhnliche Wege der Kooperation braucht: Konstruktive und kreative Störungen, Irritationen, immer wieder Blicke von außen und nach außen!“
(Lisa Haucke, Artist-in-Residence 2020/2021)

 

 

 


„Die Lebendigkeit und Freude des Tanzes zu teilen, ist mir eine Herzensangelegenheit.“
(Lisa Haucke, Artist-in-Residence 2020/2021)