„Nie wieder Krieg“ – das ist das Motto von Michael Patrick Kelly und im Zuge dessen ruft der Sänger und Komponist das Projekt #PeaceBell ins Leben. Die Intention hierbei ist es, den abstrakten Begriff „Frieden“ greifbar, hörbar und sichtbar zu machen. 

Im Ersten und Zweiten Weltkrieg wurden mehr als 150.000 Kirchenglocken eingeschmolzen, um Metall für Kriegswaffen herzustellen. Paddy Kelly äußert sich wie folgt dazu: „Wenn wir Metalle aus gebrauchten Waffen in eine Glocke umschmieden, dann nur, um damit auch Hetze und hasserfüllte Herzen in gegenseitigen Respekt umzuschmieden.“

Gerade jetzt in der besinnlichen Weihnachtszeit kommt der Wunsch nach Frieden besonders stark zur Geltung. Und dann ist sie wieder da, die Hoffnung, dass Friede auf Erden vielleicht doch mehr ist als ein frommer Wunsch. Und die Hoffnung, dass die Bibel recht hat. „Sie werden ihre Schwerter zu Pflugscharen und ihre Spieße zu Sicheln machen. Kein Volk wird gegen das andere das Schwert erheben, und sie werden fortan nicht mehr lernen, Krieg zu führen.“ (Micha 4,1–4)

Doch was bedeutet Frieden eigentlich? Frieden auf einen Begriff herunterzubrechen, ist schwierig. Es gibt den politischen Frieden, den religiösen Frieden oder auch den Frieden in Beziehungen. Frieden ist individuell und für jede*n bedeutet Frieden etwas anderes. Während der*die eine bereits mit einer warmen Tasse Tee in der Hand Frieden empfindet, empfindet der*die andere erst nach einer Versöhnung Frieden.

Doch eigentlich kann man Frieden erst erreichen und verbreiten, wenn man zunächst seinen eigenen inneren Frieden erreicht hat. Wie soll man Frieden verbreiten, wenn man mit sich selber nicht im Einklang ist? Genau hier knüpft die Idee der #PeaceBell von Paddy Kelly an. Der Musiker ist von Natur aus neugierig und will sehen, um zu verstehen. Nachdem er einen Artikel darüber gelesen hat, dass im Ersten und Zweiten Weltkrieg über 150.000 Kirchenglocken eingeschmolzen wurden, um Metall für die Waffenindustrie herzustellen, reiste er nach Verdun, um sich selbst ein Bild von dem historischen Ort zu machen. Die #PeaceBell ist eine besondere Art der Erinnerung. Man kann sie nicht nur sehen und anfassen, sondern auch hören.

Daraufhin wurde die #PeaceBell aus Kriegsschrott aus Verdun gegossen und begleitete Paddy Kelly auf seiner „ID-Tour 2019“, um eine Schweigeminute für den Frieden auf jedem seiner Konzerte einzuläuten, – egal welche Art des Friedens. Sei es der Frieden für einen selber, der Frieden für eine*n Freund*in oder der Frieden in der Welt. Jede*r einzelne kann einmal für ihren*seinen individuellen Frieden schweigen und sich daran erinnern, was Frieden für einen selber bedeutet.

Das Projekt ist zwar keine neue Erfindung, doch macht die Idee, den Prozess umzukehren, es zu etwas Einzigartigem auf der Welt. Es zeigt, dass aus einer kleinen Idee etwas Großes werden kann, man muss nur daran glauben und es einfach machen. Die #PeaceBell aus Kriegsschrott des Ersten Weltkriegs ist eine neue Art, den Frieden in der Welt erhalten zu wollen. Paddy Kelly: „Frieden kriegt man nicht mit Gewalt hin, sondern mit Liebe.“

Sina (Schülerin)